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Syphilis

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Geschichte

Die erste Epidemie ist bereits im Jahre 1495 ausgehend von Neapel, wo sie vermutlich von Seeleuten aus der „neuen Welt“ eingeschleppt wurde, beschrieben. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Syphilisinfektionen weder historisch belegt noch archäologisch (die Syphilis kann zu Skelettschäden führen) nachweisbar. Herumziehende Söldnertruppen verbreiteten diese Infektionskrankheit rasch in ganz Europa, Seefahrer sorgten für eine Weiterverbreitung bis nach Indien, Japan und China. Aufgrund dieser weiten Verbreitung erhielt die Syphilis auch zahlreiche weitere Namen, wie Lues venerea oder Lues aphrodisiaca, Lustseuche, Harter Schanker, Franzosenkrankheit, neapolitanische, italienische, spanische, kastillische, englische, schottische oder polnische Krankheit.
Berühmte Syphilispatienten: Heinrich Heine, Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Heinrich VIII von Frankreich, Johann Wolfgang von Goethe, Franz Schubert, zahlreiche Habsburger, Friedrich Nietzsche und last but not least Papst Julius II, der Erbauer des Petersdoms, der die Erkrankung über „faule Luft“ bekommen haben soll.

Geschichte des Syphilius, Stich aus dem 16. Jh. (Quelle: Wikipedia)

Definition

Die Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit (STD, sexually transmitted disease) die durch Bakterien (Treponema pallidum) verursacht wird. Die Syphilis verläuft stadienhaft, beschwerdefreie und symptomatische Phasen wechseln einander über Jahre ab.

Treponema pallidum (Quelle: Wikipedia, PHIL-1971)

Häufigkeit

Die Syphilis ist eine weltweit verbreitete Krankheit. Die WHO schätzt die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen auf 12 Millionen. In den Industrieländern liegen die Infektionsschwerpunkte in den Grossstädten, und hier wieder besonders bei homo- und bisexuellen promisken Männern. Der Anteil der Männer ist daher von 60% in der Mitte des 20. Jahrhunderts auf mehr als 85% im Jahr 2005 gestiegen.

Übertragung

Die Bakterien werden in der Regel über sexuelle Kontakte, wie Vaginal, Anal- und Oralverkehr, aber auch durch intensives Küssen, übertragen. Sie dringen dabei über auch kleinste unsichtbare Verletzungen der genitalen, oralen oder analen Schleimhaut oder Haut in den Körper ein. Die in den letzten Jahren explosionsartig zunehmende Infektionsrate unter den schwulen Männern ist unter anderem auf die teilweise hohe Promiskuität und Reisefreudigkeit sowie auf Änderungen im Risikoverhalten zurückzuführen. Dazu kommt, dass bestimmte Sexualpraktiken praktisch „safe“ in Bezug auf eine HIV-Übertragung sind (zum Beispiel der Oralverkehr ohne Ejakulation) allerdings trotzdem sehr leicht zu einer Syphilis-Infektion führen können.

Symptome

Primärphase

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Primärphase; Quelle: Gruppenpraxis Schalk Pichler

Nach einer Inkubationsphase (Zeit zwischen Infektion und ersten Beschwerden) von ungefähr 3 Wochen kann es zum so genannten Primärkomplex kommen: dieser besteht aus einem meist schmerzlosen Schleimhautdefekt am Infektionsort (Geschwür, Ulcus) und einem Anschwellen der benachbarten Lymphknoten (zum Beispiel in der Leiste bei einer genitalen Infektion). Nach 3-6 Wochen heilen diese Schleimhautdefekte auch ohne Behandlung folgenlos ab.

Sekundärphase

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Sekundärphase; Quelle: Gruppenpraxis Schalk Pichler

Nach einer verschieden langen (meist einige Wochen) beschwerdefreien Phase können nun ein Ausschlag und Schleimhautveränderungen im Mund- und Genitalbereich auftreten. Der aus zahlreichen meist dunkelroten nicht juckenden Flecken bestehende Ausschlag konzentriert sich oft auf Brust, Bauch und Rücken. Es können aber auch ähnliche Veränderungen an Handflächen und/oder Fusssohlen auftreten. Immer wieder sind diese Veränderungen so diskret, dass sie auch übersehen werden.

In der Folge können in manchen Fällen auch Fieber, Lymphknotenschwellungen, Halsschmerzen, Haarausfall und Muskelschmerzen auftreten. Auch diese Symptome verschwinden, wie die der Primärphase, auch ohne Therapie wieder. In der Folge geht die Syphilis unbehandelt in die Latenzphase über.

Spät/Latenzphase

Nach dem Verschwinden der Symptome der Primär- und Sekundärphase beginnt die Latenzphase, die Jahre dauern kann. In dieser Phase kommt es zur Zerstörung von inneren Organen wie Herz, Leber, Blutgefässen, Knochen und Gelenken sowie des Gehirns und des Rückenmarkes. Die daraus resultierenden Beschwerden hängen vom Schwerpunkt der Gewebszerstörung ab. Koordinationsstörungen, Lähmungen, Erblindung und Herzversagen können nach Jahren und Jahrzehnten sogar zum Tod führen.

Diagnose

Eine Syphilisinfektion kann relativ einfach mittels eines Bluttests, der im Regelfall spätestens 3-4 Wochen nach erfolgter Infektion aussagekräftig ist, nachgewiesen werden. Tipp: Bei Routinevorsorgeuntersuchungen wird meist der Syphilistest nicht „automatisch“ mitgemacht. Schwulen und bisexuellen Männern mit wechselnden Sexualpartnern wird eine jährliche Syphiliskontrolle gemeinsam mit dem HIV-Antikörpertest dringend empfohlen.

Therapie

Eine Syphilis ist umso einfacher zu behandeln, je früher sie erkannt wird. In der frühen Phase reicht eine einmalige intramuskuläre Penizillineinzeldosis aus. Bei einer fortgeschrittenen Infektion, bei HIV-positiven Patienten allerdings auch in Frühphase, werden 3 Injektionen im Wochenabstand verabreicht. Bei einer Penizillinallergie stehen auch alternative Antibiotika, die allerdings mehrmals täglich über mehrere Wochen eingenommen werden müssen, zur Verfügung. Nach Abschluss der Behandlung sind Laborkontrollen zur Abklärung des Therapieerfolges erforderlich.
Die Behandlung einer Syphilis gehört unbedingt in die Hände eines erfahrenen Mediziners – Hausmittel oder rezeptfreie Präparate („over-the-counter Drugs“) wären in diesem Fall fatal.
Um einer Verbreitung von Syphilis entgegenzuwirken müssen alle Sexualpartner eines Syphilispatienten ebenfalls kontrolliert und gegebenenfalls therapiert werden.

Prävention

Eine hundertprozentige Sicherheit in Bezug auf sexuell übertragbare Krankheiten würde nur eine absolute Enthaltsamkeit oder eine monogame Beziehung, nach vorheriger Testung, garantieren.
Safer-Sex reduziert zwar das Infektionsrisiko für andere sexuell übertragbare Krankheiten deutlich, senkt es allerdings leider nicht auf Null. Daher wird empfohlen die geltenden Safer-Sex-Regeln genau einzuhalten und möglichen Infektionsrisikos regelmässig eine Syphilistestung durchführen zu lassen.

Testung

In unserer Praxis können Sie sich selbstverständlich auch auf Syphilis testen lassen. Dies ist bei Vorliegen eines Risikos und/oder eines klinischen Verdachtes auf Kosten der Sozialversicherungen möglich (bitte vergessen Sie Ihre e-card nicht). Wir ersuchen Sie für diese Blutabnahme eine Termin persönlich, telefonisch oder über unser e-Service zu vereinbaren.

Österreichweit bieten folgende AIDS-Hilfen auch eine Testung auf Syphilis an:

AIDS-Hilfe- Steiermark:             € 18,00 (wenn positiv, so beinhalten die € 18,– auch sämtliche Nachtests)

AIDS-Hilfe -Oberösterreich:      kostenlos

AIDS-Hilfe-Tirol:                         kostenlos

AIDS-Hilfe-Kärnten:                  € 5,00

AIDS-Hilfe-Salzburg:                 kostenlos

AIDS-HIlfe-Wien:                       kostenlos für MSM* und Subsahara, ansonsten € 6,–

* Men who have Sex with Men

Adressen  und aktuelle Öffnungszeiten unter www.aidshilfen.at