Online Services

Herzlich Willkommen!

hiv.jpg
 

HIV

HIV-Test

Jeder sexuell aktive Mensch, der Kontakt mit verschiedenen Partnern hat, sollte sich regelmäßig einem HIV-Antikörper Test unterziehen.
Gerade unter dem Aspekt der heute zur Verfügung stehenden modernen und effektiven HIV-Therapie (antiretrovirale Therapie auch als „ART“ bezeichnet) ist es wichtig, eine Infektion, möglichst früh zu diagnostizieren.
Bei der Durchführung des HIV-Antikörper Tests ist zu beachten, dass dieser spätestens 6 Wochen (= diagnostischen Fenster) nach dem abzuklärenden Infektionsrisiko aussagekräftig ist.

Sollte aus bestimmten Gründen eine raschere Diagnosestellung notwendig sein, besteht die Möglichkeit einen direkten Virusnachweis, den sogenannten qualitativen HIV-PCR Test (polimerase-chain-reaction auch als PCR bezeichnet) durchführen zu lassen. Diese Laboruntersuchung liefert bereits nach 2 Wochen ein Ergebnis.
Die Kosten für den HIV-Antikörpertest werden von den Sozialversicherungen übernommen, bei der anonymen Durchführung ist in Laboren mit Kosten in der Höhe von € 30,00 bis € 40,00 zu rechnen.
Bei den AIDS-Hilfen ist er kostenlos. Die Kosten des direkten Virusnachweises werden von den Krankenversicherungen nicht übernommen, er kostet € 98,00.

HIV-Schnelltests bieten wir auf Grund der Testunsicherheit (Testergebnis muss im positiven Fall unbedingt durch eine neuerliche Blutabnahme bestätigt werden) nicht an! Sie können diesen aber bei der AIDS-Hilfe Wien gegen ein Entgelt durchführen lassen.


HIV-Therapie allgemein

Die heute zur Verfügung stehende antiretrovirale Therapie (ART), salopp auch „Kombinationstherapie“ genannt, besteht meist aus 3 oder 4 Substanzen. Ihr Ziel ist es die Konzentration der Viren im Blut (Viruslast oder „Viral Load“) und im gesamten Körper über möglichst lange Zeit so niedrig wie möglich zu halten. Dadurch wird der Druck, den die Viren auf das Immunsystem ausüben, verringert.
Das bedeutet: Die richtige Einnahme kann die Zahl der HI-Viren sehr stark verringern, das Immunsystem wieder stärken, die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung erhöhen.

Voraussetzung für den Erfolg einer Therapie ist allerdings die korrekte Einnahme der Substanzen. Medikamente, die nicht eingenommen werden, können natürlich auch nicht wirken. Außerdem besteht bei nicht korrekter und nachlässiger Einnahme die Gefahr, dass resistente – also auf die Therapie nicht mehr ansprechende Varianten – des HI-Virus entstehen und es so zu einem Therapieversagen kommt.

Seit einiger Zeit behandelt man jeden HIV-positiven Patienten unabhängig von seinen Laborwerten. In der Vergangenheit wartete man auf Grund der Komplexität der Therapie (viele Tabletten, mehrere Einnahmezeitpunkte) und der nicht unerheblichen Nebenwirkungen auf ein Absinken der CD4-Helferzellen. Hinter dieser Behandlungsstrategie des sofortigen Therapiebeginns steht die Erkenntnis, dass eine unbehandelte HIV-Infektion zu einer chronischen Entzündung des gesamten Körpers führt, die man auf diese Weise verhindern kann. Außerdem sinkt das Infektionsrisiko, das von einem optimal behandelten HIV-positiven Patienten ausgeht, deutlich ab.


HIV-Therapie Substanzen

Zur Zeit stehen folgende Substanzgruppen zur Behandlung der HIV-Infektion zur Verfügung:

• Nucleoside und Nichtnucleoside Reverse Transkriptasehemmer. hemmen die Umschreibung (Transkription) von Virus-RNA (Ribonukleinsäure) in Virus-DNA (Desoxyribonukleinsäure) und somit die Umschreibung der Virus Erbsprache in die menschliche Erbsprache.

• Proteasehemmer. verhindern das Ausreifen der Virusproteine.

• Integrasehemmer. verhindern den Einbau der Viruserbsubstanz in die menschliche Erbsubstanz im Zellkern. CCR5-Hemmer hemmen CCR5 (Chemokinrezeptor-5), einen Korezeptor auf der Zelloberfläche unter anderem von CD4-Zellen, den das Virus zum Eindringen in die menschliche Zelle benötigt. Da allerdings nur ein Teil der HI Viren
den CCR5-Korezeptor zum Eindringen in die menschlichen Zellen benötigt, muss vor Gabe dieser Substanz geprüft werden, ob die Viren dieser Subklasse entsprechen. Fusionshemmer verhindern das Verschmelzen von Visusmembran und der Membran der menschlichen CD4-Zelle.


HIV-PEP

Die Postexpositionsprophylaxe, kurz PEP genannt, ist der Versuch das Risiko einer HIV-Infektion nach einer Exposition (Kontakt mit virushaltigem Material) zu verringern.
Ursprünglich nur nach Nadelstichverletzungen bei medizinischem Personal eingesetzt, wird die Postexpositionsprophylaxe in bestimmten Fällen (Risikokontakt mit einem HIV-positiven) auch nach einem sexuellen Risiko eingesetzt.

Die Postexpositionsprophylaxe ist im Prinzip nichts anderes als die Einnahme der antiretroviralen Therapie (ART) über 4 Wochen. Die Einnahme sollte so rasch wie möglich – längstens 48 Stunden nach dem Risiko – erfolgen. Eine Möglichkeit ist es, sofort nach dem Zwischenfall, die Medikamente des HIV-positiven Partners einzunehmen und unverzüglich eine HIV-Ambulanz zu kontaktieren.
Dort kann dann nach Erfordernissen – eventuell bestehende Resistenzen – die Therapie modifiziert werden. Neben der Einnahme der Medikamente stellt auch die Reinigung der betroffenen Körperstellen – Mund, äußere Geschlechtsteile, Augen – mit Wasser oder einem schleimhautverträglichen Desinfektionsmittel (z.B. Betaisodona-Lösung) eine entscheidende Präventionsmaßnahme dar.
Bei Körperhöhlen (Vagina, Mastdarm) sollte man von Spülungen Abstand nehmen, da diese die infektiöse Flüssigkeit nur noch höher in den Körper spülen würden. Die Postexpositionsprophylaxe ist ein Versuch das HIV-Infektionsrisiko zu senken, kann dieses aber nicht sicher verhindern und stellt daher keine Alternative zu Safer Sex dar!

HIV-Station des AKH (4 Süd). (01).40.400.4240 oder HIV-Station SMZ Otto Wagner Spital. (01).91.060.42710


HIV-PREP

>> Präexpositionsprophylaxe (PREP)

 

 


EKAF-Erklärung/PARTNER-Studie

Seit einiger Zeit ist durch Studien belegt, dass eine optimal durchgeführte HIV-Therapie unter 3 Bedingungen

stabile HIV-Therapie

regelmäßige Laborkontrollen

keine zusätzlichen sexuell übertragbaren Erkrankungen

das HIV Übertragungsrisiko deutlich senken kann und zusätzlich zu Safer Sex einen Infektionsschutz für den HIV-negativen Partner bietet.
Diese Erkenntnis hat eine Kommission (eidgenössische Kommission für AIDS-Fragen/EKAF) des Schweizer Gesundheits-Departements (=Ministerium) 2008 veröffentlicht.
Wir empfehlen trotzdem im Regelfall auf Safer Sex nicht zu verzichten, und diese Erkenntnis als zusätzlichen Schutz des HIV-negativen Partners zu betrachten (vergleichbar mit Airbags und Sicherheitsgurten im Auto).

Das 2016 veröffentlichte Ergebnis der PARTNER-Studie ergab, dass es bei 58.000 kondomlosen Sexualkontakten aerodifferenter Paare (eine(r) positiv, eine(r) negativ) zu keiner einzigen Hiv-Infektion des negativen Partners kam, wenn die Viruslast unter 200/ml lag. Das bedeutet das im Gegensatz zu der nun beinahe 10 Jahre alten EKAF-Erklärung bei der die Empfehlung bei unter 50/ml lag, auch gelegentliche geringe anstiege der Viruslast bis 200/ml („Clips“) als ungefährlich gelten.

An der PARTNER-Studie beteiligten sich insgesamt 888 Paare – 548 heterosexuelle und 340 Männerpaare. Der Beobachtungszeitraum betrug im Durchschnitt 1,3 Jahre. Männerpaare hatten im Jahre ungefähr 42 und Heteropaare 35 kondomlose Sexualakte. Während der Studie infizierten sich 11 ursprünglich HIV-negative Teilnehmer (10 bei den Männerpaaren, 1 bei den Heteropaaren) – genetische Untersuchungen zeigten aber kein einziger bei seinem Partner.

Laden Sie sich den Handlungsleitfaden „Akute HIV-Infektion“ herunter!

…unter der Nachweisgrenze.

Aber was bedeutet der Begriff „unter der Nachweisgrenze“ eigentlich wirklich?

Als erste Frage stellt sich: welcher Laborwert ist eigentlich „unter der Nachweisgrenze“? 

Nun, bei HIV-infizierten Patienten wird regelmässig – meist alle 3 Monate – neben zahlreichen anderen wichtigen Laborwerten – die HIV-Viruskonzentration – auch Viruslast oder Viralload genannt – bestimmt. Diese kann in der Akutphase der HIV-Infektion extrem hoch sein. Im Regelfall sinkt sie nach Wochen oder Monaten deutlich ab, bleibt aber ohne HIV-Therapie immer messbar. Auf Grund der im Blut, in der Vaginaflüssigkeit und im Sperma vorhandenen HI-Viren ist der Patient bei Risikokontakten infektiös. Mit modernen HIV-Therapien können wir die Virusvermehrung so stark Blockieren, dass praktisch keine Viren mehr im Blut nachweisbar sind. Die einfachste Definition von „unter der Nachweisgrenze“ besteht also darin, dass die Menge der Viren im Blut mit gängigen Tests nicht nachgewiesen werden kann. Da kein Nachweisverfahren 100% perfekt ist, haben die verschiedenen Tests unterschiedliche Nachweisgrenzen. Als das Verfahren zur Messung der Viruskonzentration – das sogenannte PCR-Verfahren – 1995 auf den Markt kam, lag die Nachweisgrenze bei 10.000 HIV-Partikel – man spricht auch von Kopien oder copys – pro Milliliter Blut. Der Test weist übrigens eigentlich gar keine ganzen Viren, sondern nur das Erbmaterial der Viren in Form von RNA nach. Das Testverfahren wurde weiter verbessert und nach einiger Zeit konnte die Nachweisgrenze auf 500 Viruspartikel pro Milliliter Blut gesenkt werden. Inzwischen haben die gängigen Tests sogar Nachweisgrenzen von 20-50 Viruspartikel pro Milliliter Blut. In den beiden Labors, die unsere Virusbestimmungen durchführen liegt die Nachweisgrenze bei 20 und 30 Viruspartikel pro Milliliter Blut. Allerding sind die Tests in diesem niedrigen Bereich um die Nachweisgrenze nicht 100% exakt. Das bedeutet, dass ein Test zum Beispiel „21 Kopien/ml“ angibt, obwohl die tatsächliche Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt. Auch der umgekehrte Fall kann auftreten, dass zum Beispiel der Test „unter der Nachweisgrenze“ (kleiner 20 Kopien/ml) angibt, tatsächlich sind aber 25 Kopien/ml vorhanden. Moderne Test können auch das Ergebnis positiv kleiner Nachweisgrenze liefern (POS<NWG). Dies bedeutet, dass diese niedrigen Viruskonzentrationen zwar nachgewiesen, aber nicht quantifiziert werden können.

Glücklicherweise hat sich gezeigt, dass all diese Ergebnisse und minimalen Abweichungen in der Praxis weder für den Patienten noch für die Infektiosität von Bedeutung sind.

Deshalb hat beispielsweise die WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) die Grenze für „nicht nachweisbar“ für alle Studien, bei denen es um die Übertragung von HIV geht, bei 200 Kopien/ml Blut festgelegt – völlig unabhängig davon, ob der verwendete Test 20, 30, 40 oder 50 Kopien/ml als Nachweisgrenze hat. Das man dies mit gutem Gewissen tun konnte, liegt daran, dass praktisch noch nie eine Übertagung von HIV bei einer Viruslast unter 1000 Kopien/ml beobachtet wurde. Es wurde also ein Sicherheitsfaktor von 5 einkalkuliert. Mit dem Wert von unter 200 Kopien/ml als Marker für die Nicht-Infektiosität wurden alle grossen Studien zu diesem Thema weltweit durchgeführt. Dabei wurde keine einzige Infektion beobachtet, wenn der Partner oder die Partnerin eine Viruslat unter 200 Kopien/ml aufwiesen. 

Auch für den Therapieerfolg spielt es wohl keine grosse Rolle, wie hoch die Viruslast ist, solange sie unter 200 Kopien/ml ist. Auch bei einer Viruslast zwischen 200 und 1000 Kopien/ml sind die unmittelbaren gesundheitlichen Folgen nicht dramatisch. Trotzdem reagieren die Ärzte auf die geringe Erhöhung der Viruslast rasch in Form einer neuerlichen Kontrollblutabnahme. Denn immer wenn sich Viren unter einer laufenden Therapie vermehren könnte es zu einem Wirkungsverlust in Form einer Resistenzentstehung kommen. Deshalb ist man therapeutisch nur auf der sicheren Seite, wenn die Viruslast dauerhaft „unter der Nachweisgrenze“ ist.

Während einer langjährigen HIV-Therapie kann es aber gelegentlich vorkommen, dass die Viruslast etwas über der Nachweisgrenze (je nach Definition bis zu 1000 Kopien/ml) liegt. Bei einem nur geringen und vor allem nur vorübergehenden Ansteigen spricht man von einem „Blip“. Ein Blip kann auf einen Laborfehler oder eine Laborungenauigkeit zurückzuführen sein, es kann aber auch sein, dass eine Reservoir des Virus aktiviert wurde und daher einige Viren im Blut vorübergehend nachweisbar sind.