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Erektionsstörungen und prostataspezifisches Antigen – Themen, die den Mann betreffen…

Uns HIV-Therapeuten beschäftigt längst nicht mehr nur die HIV-Infektion im engeren Sinn, die HIV-Therapie ist inzwischen so ausgereift und erfolgreich, dass wir uns nun auch um allgemeinmedizinische, internistische und auch urologische Probleme kümmern können.

Mit dem zunehmenden Alter unserer Patienten werden wir immer öfter mit Problemen des „älteren“ und „alternden“ Mann konfrontiert. Dazu zählen neben internistischen Problemen, wie Bluthochdruck, erhöhte Fettwerte oder Diabetes auch urologische Probleme, wie die Prostatavergrösserung oder die erektile Dysfunktion.

Das prostataspezifische Antigen, oder kurz meist PSA genannt, ist ein Stoff, der für die Verflüssigung des Prostatasekrets verantwortlich ist. Er wird auch bei einer vollkommen gesunden Prostata im Blut nachgewiesen, ein Anstieg kann ein Hinweis auf eine Prostataerkrankung sein, ist aber kein sicherer Nachweis eines Prostatakarzinoms. PSA ist somit prostataspezifisch aber nicht karzinom(krebs)spezifisch. Die Grenzwerte des PSA sind empirisch gezogen, das heißt sie basieren auf Erfahrungen. Man versucht dabei den bestmögichen Kompromiss zwischen Spezifität und Sensitivität zu erhalten, das bedeutet in der Praxis, man will die Mortalität (Sterblichkeit) am Prostatakarzinom senken, aber keinesfalls nicht betroffene Männer übertherapieren. Dies bedeutet auch, dass man den PSA-Wert nicht statisch einmalig, sondern im Verlauf betrachten sollte. Es kann sinnvoll sein erhöhte PSA-Werte eine Zeit zu beobachten oder auch weitergehend abzuklären, die Entscheidung trifft der Urologe gemeinsam mit dem Patienten. Selbst bei einem nachgewiesenen Karzinom kann es sinnvoll sein, dieses zu kontrollieren und zu beobachten und nicht gleich zu therapieren. Eine Therapie kann wenn erforderlich operativ (siehe Bild eines modernen Operationsroboters) oder auch mittels Bestrahlung erfolgen. Empfohlen wird die Bestimmung des PSA-Wertes nach ausführlicher Aufklärung des Patienten ab dem 45. oder 50. Lebensjahres. Die Kostenübernahme der PSA-Bestimmung durch die österreichischen Sozialversicherungen erfolgt ab dem 50. Lebensjahr.

Weniger gefährlich, aber trotzdem für Männer sehr belastend können Erektionsstörungen sein. Abhängig vom Alter nimmt die Häufigkeit der erektilen Dysfunktion deutlich zu. Zur einer verantwortungsvollen Abklärung gehört nicht nur eine urologische Untersuchung, sondern auch eine allgemeinmedizinische /internistische Abklärung, da Erektionsstörungen ein Hinweis auf andere Erkrankungen, wie Diabetes oder einer koronaren Herzkrankheit (Durchblutungsstörungen des Herzens) sein können. Die Bestimmung der Sexualhormone gehört ebenso dazu, liefert aber meist leider keine Ergebnisse. Therapeutisch werden im Regelfall erektionsfördernde Substanzen, von denen bereits 4 unterschiedliche zugelassen sind, eingesetzt. Von der ersten zugelassenen Substanz gibt es inzwischen auch deutlich günstigere und damit auch leistbare Generika zahlreicher Anbieter.

Abschliessend kann man sagen, dass inzwischen auch HIV-positive Patienten, dank der hocheffektiven HIV-Therapie glücklicherweise „die Probleme des Alters erleben“.