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Die Mythen zur Fettsucht

Was nicht schon alles über Fettsucht und Diäten geschrieben wurde: Manches wird vermutet, obwohl es keine Evidenz dafür gibt. Anderes hält sich hartnäckig, trotz gegenteiliger Evidenz.

Eine im renommierten „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte Studie trennt nun schonungslos die Fakten von den Fantasien.

Die Ausbeute ist gross. Ganze 6 Mythen und 5 Vermutungen sammelte das Forscherteam um Prof. Krista CASAZZA von der Universität Alabama in Birmingham:

Die 6 Mythen:

1. kleine Änderungen haben grosse Wirkungen: jeden Tag 1,6km Spazierengehen (Verbrauch 100kcal), müsste doch heissen in 5 Jahren knapp 23kg abzunehmen, Tatsächlich sind es kanpp 4,5kg.

2. Realistische Ziele setzen um Frust zu vermeiden: Doch Studien zeigen, dass bei ehrgeizigen Zielen mehr Kilos purzeln.

3. rasch und viel abzunehmen ist schlechter als langsam und schrittweise abzunehmen: Eine Metaanalyse beweist, dass es egal ist ob Patienten schnell oder langsam abnehmen.

4. Turnunterricht verhindert Fettsucht bei Kindern: Keine Studie beweist, dass die derzeitigen Turnstunden dazu beitragen, dass Übergewicht vorzubeugen oder zu verhindern.

5. Stillen schützt vor späterem Übergewicht: Eine Studie mit 13.000 Kindern zeigte keinen solchen Effekt.

6. Beim Sex werden 100-300kcal verbrannt: In Wirklichkeit verbrennt der Mann bei einem 15-minütigem Geschlechtsverkehr knapp 50kcal.

Die 6 Vermutungen ohne Beweise:

1. Regelmässige Frühstücken schützt vor Übergewicht – vermutlich richtig.

2. In der frühen Kindheit gewöhnen wir uns zwar Bewegungs- und Essgewohnheiten an, doch eigentlich scheint der Genotyp ausschlaggebend zu sein – vermutlich richtig

3. Mehr Gemüse und Obst wirkt sich günstig auf das Gewicht aus – doch Vorsicht: eine Gewichtszunahme erfolgt, wenn man Obst zusätzlich isst – vermutlich richtig

4. Der Jo-Jo-Effekt durch Diäten verkürzt das Leben: Tierversuche bestätigen diese Vermutung nicht – vermutlich falsch

5. Snacks tragen zum Übergewicht bei – vermutlich richtig

Medical Tribune Nr. 11